Geschichte des Klosters und unseres Gymnasiums

 chronik eurogym (13)Baumgartenberger Urbar

Klosterschule von europäischem Format

Die Entwicklung Baumgartenbergs und des Machlands von der Hallstattzeit bis herauf in die Gegenwart wurde durch das Zisterzienserstift, gegründet durch Otto von Machland (1142), maßgeblich beeinflusst. Über Jahrhunderte war die Geschichte der Region auch die Geschichte dieses Klosters. Schon im Mittelalter hatte die hiesige Klosterschule große Bedeutung, wie das Baumgartenberger Formelbuch bezeugen mag. So findet sich im Baumgartenberger Urbar (= Steueraufzeichnungen) mit dem Wappen der Herren von Machland zum ersten Mal auch das oberösterreichische Landeswappen.

 chronik eurogym (12) Nach dem Niedergang des Stiftes in der Reformationszeit erfuhr Baumgartenberg in der Barockzeit einen neuerlichen Aufstieg. Von der einst bedeutenden Stiftsbibliothek blieb weniges – zumeist nur mehr in Linz oder Wien – erhalten. Infolge der Josephinischen Kirchenreform wurde die Bibliothek nach Linz (Landstraße 30) verlegt: Die Tafel im dortigen „Klosterhof“ zeugt heute noch davon. Zahlreiche teure Codices gelangten auch in die Nationalbibliothek nach Wien.

Am 30. Mai 1784, dem Pfingstfest, wurde das Kloster Baumgartenberg schließlich aufgelöst. Das weitere Schicksal des Klostergebäudes ist ein durchaus trübes: Männerstrafanstalt, Jahre ohne Bewohner, Brände, Abbruch, Besitzerwechsel. Kurzzeitig diente es aber auch dem Schulorden der Jesuiten als österreichisches Noviziat.

 chronik eurogym (10) Im Jahre 1865 schließlich erwerben die Klosterfrauen Unserer Frau von der Liebe des Guten Hirten das Gebäude, die es bis zum heutigen Tage in Besitz haben. Von Anfang an galt ihr vorzügliches Interesse der Bildung und der Pädagogik. So umfasste ihr schulisches Engagement in den nächsten 70 Jahren ein Heim für verhaltensauffällige Mädchen, eine Mädchen-Volksschule, eine Privat-Bürgerschule sowie eine zweijährige Handelsschule. Heute führen die Schwestern vom Guten Hirten eine dreijährige Fachschule für  wirtschaftliche Berufe und eine einjährige Wirtschaftsfachschule.
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Gymnasium mit bundesweiter Strahlkraft

Aus Tradition und Innovation heraus erfuhr die Schul- und Wirkungsgeschichte des Klosters Baumgartenberg mit der Gründung des Europagymnasiums gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts einen neuen Höhepunkt. Anfang der 90er Jahre fehlte im Bezirk Perg ein Unterstufen-Gymnasium. Dies nährte schließlich die Vision engagierter Frauen aus Wirtschaft und Politik, ein eigenes Gymnasium in Langform zu gründen. 

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Eine Initiative um KR Christine Hödlmayr-Gammer, Landtagsabgeordnete Elisabeth Freundlinger, Mag. Helga Neumann und Schwester Maria Cordes, die damalige Oberin des Klosters, trieb in zahlreichen Gesprächen mit Vertretern der Kommunalpolitik, des Landeschulrates und der Oö. Landesregierung die Gründung eines katholischen Gymnasiums auf privater Trägerbasis voran.

1995 wird zum entscheidenden Jahr in der Geschichte des Europagymnasiums. Nachdem ein Jahr zuvor Kirche, Bund und Land Oberösterreich ihre Zustimmung zur Gründung einer katholischen Privatschule mit den Schwerpunkten Sprachen, neue Technologien und Wirtschaft gegeben haben, wird im Jänner ein circa 20 Personen umfassendes Proponenten-Komitee gegründet. 

Diesem gehört neben Damen und Herren der regionalen Wirtschaft auch der Bürgermeister von Baumgartenberg, Erwin Kastner, an.

 

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Am 13.05.1995 kommt es zur konstituierenden Sitzung des Schulvereins „Europagymnasium vom Guten Hirten Baumgartenberg". KR Christine Hödlmayr-Gammer wird einstimmig zur ersten Obfrau gewählt. Bis zum heutigen Tag lenkt sie zielsicher die Geschicke des Vereins.

Bereits im Sommer werden erste Gebäude-Adaptierungen im Kloster vorgenommen. Am 13. September 1995 ist es dann soweit: Die erste Klasse des Europagymnasiums mit 27 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten feiert ihren Eröffnungsgottesdienst, das allererste Schuljahr beginnt. An dessen Ende, am 3.7.1996, wird das Gymnasium im Beisein von LH-Stv. Dr. Christoph Leitl und dem Amtsführenden Präsidenten des Oö. Landesschulrates Hofrat Dr. Johannes Riedl offiziell eröffnet.

 Dir. Mag. Josef Ratzenböck Bereits im zweiten Jahr kommen weitere 39 Schülerinnen und Schüler hinzu und OStR. Mag. Herlinde Grün löst Sr. Reinhilde Karner als Leiterin der Schule ab. Junge und engagierte Lehrkräfte erweitern das Lehrerteam des Gymnasiums, das bald seine Schülerinnen und Schüler auch in ihrer Freizeit betreut. Seit dem 2. Schuljahr kann am Europagymnasium Nachmittagsbetreuung (NABE) in Anspruch genommen werden. Von 2003-2020 war HR Mag. Josef Ratzenböck Direktor. Er hat die Schule nachhaltig geprägt und sie an der Spitze der österreichischen Bildungslandschaft etabliert. Seit dem Schuljahr 2020/21 leitet Mag. Verena Schuster-Schedlberger das Europagymnasium.
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Die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen für den Schulbetrieb werden von den engagierten Damen und Herren des Trägervereins bestens gestaltet, die spirituelle Begleitung ist durch die Oberinnen des Klosters, Sr. Benedicta, Sr. Melitta und Sr. Michaela, bis heute gewährleistet.

Und so, wie die Schule von Jahr zu Jahr für immer mehr Schülerinnen und Schüler zum Lern-Lebensraum wurde, so benötigte sie auch selbst mehr Raum für ihre Aufgaben. In den Jahren von 1996 bis 2018 wurden zahlreiche weitere Klosterräumlichkeiten mit modernster Technik und bedachter Planung für den Schulbetrieb adaptiert. Auch das Konferenzzimmer des Lehrerkollegiums wurde modern eingerichtet, aus der ehemaligen Klosterbäckerei entstand der neue Speisesaal, die Garderobenflächen wurden den gestiegenen Anforderungen entsprechend erweitert. Eine neue Mehrzweckhalle mit Euroshop und angeschlossenen Nebenräumen wurde gebaut. So konnte dem ganzen Gebäude, das in den Jahrhunderten zuvor immer wieder verschiedene Bildungs- und Erziehungseinrichtungen beherbergt hatte, Schritt für Schritt, vom Keller bis zum Dach, neues pädagogisches Leben eingehaucht werden.

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‚Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist‘, lautet ein Wahlspruch des Schulvereins. Doch neben fühlenden Herzen braucht es immer helfende Hände, um eine gute Idee auch umzusetzen. Das Europagymnasium wurde aus Mitteln des Bundes, des Landes und vor allem aus privaten Spendengeldern errichtet. Mit vielfältigen kulturellen und sozialen Fund-Raising-Aktionen fördern und unterstützen viele Unternehmen, Firmen und Einzelpersonen das Europagymnasium, die bis heute einzige gymnasiale Langform im Bezirk Perg. Sie alle haben dazu beigetragen, dass die Schule das geworden ist, was sie heute in der bundesweiten Schullandschaft auszeichnet, eine innovative gymnasiale Vorreiterin, weltoffen und mit der Heimatregion intensiv verbunden.

 

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Europagymnasium zwischen regional und international

Ein programmatischer Anspruch unserer Schule ist es, ihren Absolventinnen und Absolventen eine profunde Allgemeinbildung und die aktuellen Schlüsselqualifikationen mit auf den Weg zu geben. Darunter verstehen wir eine solide und breite Sprachenausbildung von Anfang an. Die begeisterten Rückmeldungen zu den Schüler-Austausch-Programmen mit Spanien und Frankreich, die vielen Jugendlichen, die Sprachzertifikate (CAD, DELE, DELF) erwerben, sowie die zahlreichen Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Sprachwettbewerben bestätigen diesen Kurs eindrucksvoll.

 

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Um den neuen Anforderungen im modernen Berufs- und Wirtschaftsleben Rechnung zu tragen, werden unsere Schülerinnen und Schüler mit modernsten Formen des eLearning ebenso vertraut gemacht wie mit den neuesten Anwendungstechnologien. So zählt das Gymnasium in Baumgartenberg in der Entwicklung und Nutzung diverser Lernplattformen zu den österreichweiten Pionieren und wurde von den jeweils zuständigen BildungsministerInnen wiederholt als eLearning-Leuchtturmschule des Bundeslandes ausgezeichnet. Schon in den Unterstufenklassen werden alle Schülerinnen und Schüler des Europagymnasiums professionell auf den ECDL-Advanced vorbereitet. Seit 2005 gehören Beamer, Laptops und Tablets zur Standard-Ausrüstung jeder Klasse, die IT-Infrastruktur wird fortlaufend aktualisiert. In der Oberstufe werden Notebookklassen geführt, darauf bereitet in der Unterstufe ein wissenschaftlich begleitetes Tablet-Projekt vor. In Zusammenarbeit mit der Future-Wings-Privatstiftung absolvieren zahlreiche EuropagymnasiastInnen eine duale Ausbildung (AHS-Matura mit Mechatroniklehre).

 

Im Rahmen eines in Oberösterreich einzigartigen Bildungsclusters ist ein Brückenschlag zwischen AHS und Wirtschaft gelungen, der den Kindern eine moderne, vielseitige Bildung garantiert. Kooperationen mit Hochtechnologiebetrieben (Fa. Engel/Schwertberg, Borealis/Linz), Biotechnologie- (Fa. Bioanalyticum/Perg, Bergland-Milch/Aschbach) und Medizin-Labors (AKH Linz) ermöglichen den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten die Anwendung ihrer Physik-, Chemie- sowie Biologie- und Mathematikkenntnisse unmittelbar in der Praxis. Naturwissenschaftliches Lernen auf der Schulbank, Umsetzung im Labor: Relevanter kann Unterricht nicht sein.

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Als besondere Innovation in der Oberstufe gilt die Möglichkeit, die Unternehmerprüfung bereits in der 7. Klasse als Abschluss des Unternehmerführerscheins abzulegen. Dadurch ist gewährleistet, dass die AHS-Schülerinnen und Schüler auch betriebswirtschaftliches Know-how im Vorfeld eines Wirtschaftsstudiums erwerben können.

Zahlreiche Initiativen und Kurse in den Kreativfächern, wie Chor, Band, Fremdsprachentheater und künstlerisches Gestalten, ergänzen die am Europagymnasium vermittelte ganzheitliche Bildung. Auch im Sport werden in verschiedensten Disziplinen regelmäßig Bezirks-, Landes- und Staatsmeistertitel errungen.

 chronik eurogym (9) Seit dem Schuljahr 2007/08 führt das Europagymnasium vom Guten Hirten Baumgartenberg die gymnasiale Unterstufe mit drei Parallelklassen. Um für die Lernenden eine optimale Lern- und Schullebenswelt zu schaffen, ist die Schülerzahl pro Klasse mit 25 begrenzt. Die Schülerinnen und Schüler haben so die Garantie, optimal organisierte Lernwelten (real und auf virtuellen Plattformen) am neuesten Stand der Entwicklung vorzufinden.
 chronik eurogym (6) Von all diesen Bildungsvorteilen werden die Absolventinnen und Absolventen des Europagymnasiums in ihren folgenden Studien ebenso profitieren wie im späteren Berufsleben. Das Europagymnasium versteht sich als Drehtür in die große Welt, als eine Bildungsstätte, die Mühlviertler Kosmopolitinnen und Kosmopoliten hervorbringt. Diese wissen sich überall gebildet zu positionieren, kehren aber auch gerne wieder in die Region zurück und bringen sich aktiv gestaltend in unsere Gesellschaft ein. Die vielen Rückmeldungen von Absolventinnen und Absolventen zu ihren erfolgreich umgesetzten Lebensplanungen zeigen ein breites Spektrum von Berufs- und Studienfeldern, deren Verschiedenheit auch die Breite des Bildungsprofils der katholischen Privatschule im Zentrum von Baumgartenberg widerspiegelt.


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Der Traum von Bildung und unendlicher Motivation:

Wir schreiben das Jahr 2020. Das ist die Geschichte der katholischen Privatschule Europagymnasium, das mit seiner 50 Mann und Frau starken Besatzung seit 25 Jahren unterwegs ist, um neue Lernwelten zu entdecken, neues Schulleben und neue Synergien zu entwickeln. Schon ein Vierteljahrhundert von der seiner Gründung entfernt, arbeitet das Europagymnasium noch immer an neuen Galaxien gymnasialer Bildung, um den Anforderungen des 21. Jahrtausends gerecht zu werden. 😉

   

Europagymnasium vom Guten Hirten - 4342 Baumgartenberg 1 - Tel +43 7269 75 51 - Fax +43 7269 75 51-25