Von hohen Damen und Herren und den einfachen Leuten
Am 20. Mai besuchten die 5. Klassen die wichtigste antike römische Stadt auf dem Gebiet des heutigen Österreichs, Carnuntum, sowie das fürstliche Schloss Esterházy in Eisenstadt und reisten damit zurück in die Geschichte Österreichs.
Wie es die schulische Tradition schon fast gebietet, griffen wir für diese Reise durch die Jahrhunderte auf den zuverlässigen Dienst der Fa. Baumfried aus dem benachbarten Mitterkirchen zurück. Chauffeur Leo brachte uns diesmal mit einem ganz neuen Reisebus sicher und pünktlich nach Carnuntum (und wieder retour übrigens).
Dort schaffte es dann der professionelle Kulturvermittler, ein studierter Althistoriker, und seine Kollegin, im humorvollen Stil von Peter Klien, die römische Antike für uns alle erlebbar zu machen.
Schülerinnen und Schüler und ihre LehrerInnen (Kaspar-Verdino, Peterseil, Cerwenka) konnten auf einmal sehen, wie die feinen Römerinnen und Römer hier ihren Tag verbrachten: So meinten wir auf einmal zu hören, wie das Gesinde in der Küche (meist 12 Sklaven pro familia) ihren Dominus versorgte. Wir konnten beinahe spüren, wie sich die brennheißen Ziegel der Fußbodenheizung in der Therme anfühlten. Und es stieg uns fast penetrant in die Nase, als wir hörten, wie der Färber damals die Stoffe mit Urin blau färbte, das er dem Urinhändler früh am Markt abgekauft hatte.
Wir selbst machten aber am Nachmittag nicht blau, sondern reisten weiter in Richtung Neuzeit. Und so ging es dann in das für Oberösterreicher wahrscheinlich unbekannteste Bundesland, nämlich ins Burgenland – vorbei an Rohrau, der Geburtsstadt Haydns, in die zweitjüngste Bundeshauptstadt, nach Eisenstadt. Dort erfuhren wir viel Neues über fürstliches Leben im Österreich des 17./18. Jahrhunderts: von arrangierten Ehen und den Diamanten bei Tiffany bis hin zu Tapetentüren, Floheiern und chinesischen Papiertapeten. Über allem aber stand der herrliche Fest- und Konzertsaal der Familie Esterházy, der heute unter dem Namen “Haydnsaal” weithin bekannt ist. Ein Schloss wie dieses bedurfte wohl mehrerer hundert Dienerinnen und Diener, damit die Herrschaften erfolgreich wirtschaften und in voller barocken Pracht repräsentieren konnten. Wir blickten auch in deren Welt. Im Schloss lebten sie einem von außen nicht sichtbaren Zwischenstock und sie sollten so unauffällig wie möglich das luxuriöse Schlossleben am Laufen halten.
Beim anschließenden Stadtspaziergang leisteten sich manche/r von uns noch den kulinarischen Luxus der vielgerühmten Esterházy -Schnitte. Burgenland, wir kommen wieder!
HOC AD USUM DELFINI LINGUAE LATINAE – BREVIARIUM AB INTELLIGENTIA ARTIFICIALI FACTUM
De nobilibus dominis dominabusque et de hominibus simplicibus
A.d. XIV Kal. Mai. quintae classes Carnuntum visitaverunt, urbem Romanam clarissimam in regione Austriae hodiernae, atque castellum Esterházy in urbe Eisenstadt. Autobuso societatis Baumfried in Burgenlandiam tuto iter fecimus.
Carnunti vir doctus nos per antiquum mundum Romanorum duxit. Cognovimus, quomodo Romani divites vixissent, quomodo servi laboravissent et quomodo hypocaustum in thermis factum esset. Maxime mirati/ae sumus, quod vestimenta olim urina tingebantur!
Post meridiem iter ad Eisenstadt continuavimus. In castro Esterházy multa de vita nobilium septimi decimi et duodevicesimi saeculi didicimus. Clarissima aula Haydniana, pulchra cubicula et loca servorum occultata nobis differentia inter dominos et servos monstraverunt. In ambulatione per urbem nonnulli/ae etiam crustulum celebre “Esterházy-Schnitte” gustaverunt. Ut Hispanici dicunt: “¡Hasta la vista!
(emendatum a cer)

