Oktober 2017 / AbsolventInnen
The Freaks mit Paul Käferböck

Eurogym-Absolvent nach bestandener Matura erneut erfolgreich

Am 25. Juli 2017 war es endlich soweit. Paul Käferböck und seine ‚Freaks‘ flogen nach einem sehr langen und trainingsintensiven Jahr zur World Gym for Life Challenge 2017 in Vestfold, in der Nähe von Oslo.

Paul berichtet:

Es war eine sehr lange Anreise, doch konnten wir den Tag mit einer Runde Schwimmen und mehreren Stunden Beachvolleyball mit Freunden aus anderen Ländern sehr gemütlich ausklingen lassen. 
Am nächsten Tag starteten die ersten Wettkämpfe in der Kategorie Großgruppen ohne Geräte.

Am Ende des ersten Wettkampftages standen schon vier von 17 Finalisten fest, und einige in unserem Team fingen an, um unseren Platz in der finalen Gala zu bangen. Denn um ins Finale zu kommen musste in den Vorrunden eine Goldmedaille gewonnen werden. Jene Gruppen, die keine Goldmedaille ergattern konnten, bekamen aber trotzdem entweder eine silberne oder bronzene Medaille, im Turn- und Akrobatiksport sind letztlich alle Gewinner.

Ernst wurde es für die Freaks am Donnerstag. In Sandefjord, ca. 30 Minuten mit dem Bus von unserer Unterkunft im Oslofjord Convention Center entfernt, hatten wir unseren ersten Auftritt. Allerdings stand dieser auf wackeligen Beinen, da alles im Freien stattfand und schlechtes Wetter vorausgesagt war. Glücklicherweise kam der Regen erst nach unserem Auftritt, einem guten Start stand somit nichts mehr im Weg. Die Zuseher drängten sich um die Absperrungen um uns zu sehen, und motivierten uns mit tosendem Applaus. Es waren zuerst die qualitativ hochwertigen Kleingruppen mit Geräten an der Reihe, gefolgt von den ebenfalls sehr starken Großgruppen. Am Ende wurden in beiden Kategorien jeweils zwei Goldmedaillen, sowie zwei Wildcards vergeben.

Für uns Freaks startete der eigentliche Wettkampf erst am Freitag. Wir mussten früh aufstehen, da unsere Probe schon um 11:00 Uhr angesetzt war. Der Nachmittag schien endlos zu sein, obwohl wir den anderen Gruppen in unserer Kategorie (Kleingruppen ohne Geräte) zusehen konnten. Diese Kategorie war mit 47 Gruppen die mit Abstand größte und der Wettkampf war mit 6 Stunden der längste. Um 22:15 Uhr wurde dann endlich die letzte Medaillen-Zeremonie abgehalten. An 18 Gruppen wurden vor uns die Medaillen Bronze, Silber und einmal Gold vergeben. Als wir an der Reihe waren, hätte man in einem Raum mit rund 3000 Menschen eine Stecknadel fallen hören können. Mit den erlösenden Worten der Kommentatorin „GOLD-MEDAL for the Freaks!“ hatten wir endlich unser Ziel erreicht!

Nach einigen sehr motivierenden Gesprächen mit Teilnehmern, Trainern und Delegierten aus anderen Ländern wuchs unser Drang nach mehr, jeder Einzelne unseres Teams war am Höhepunkt seiner Motivation. Am Tag der finalen Gala, in der die Goldmedaillengewinner und die zwei Wildcard-Gewinner um den Weltmeistertitel kämpften, war nochmals eine Probe angesagt, erneut begann schier endloses Warten und Zittern bis zum eigentlichen Auftritt.

Endlich war es soweit und wir präsentierten eine perfekte, fehlerfreie Performance! Standing Ovations und minutenlanger Applaus waren die Folge, unsere eigene Freude über diese wahrlich weltmeisterliche Leistung kannte keine Grenzen.

Mit sehr viel Selbstvertrauen folgten wir dann allen anderen Gruppen in den Saal, um der Schlusszeremonie beizuwohnen. Es wurde eine kurze, unspektakuläre Choreographie, die am frühen Nachmittag von allen Finalisten einstudiert worden war, vorgeführt, um den Moment der Wahrheit noch etwas hinauszuzögern. Ohne weitere Verzögerung wurde die griechische Gruppe Olympiada Thrakomakedonon mit ihrem Programm „The Wolves and the Moon“ zum World Group Champion gekürt! Es war vorübergehend eine große Enttäuschung, dass wir entgegen unseren Erwartungen doch nicht Weltmeister geworden waren.

Doch für uns war noch nicht alles vorbei:

Morinari Watanabe, der Präsident des F.I.G. (Fédération Internationale de Gymnastique), kam kurz darauf zu uns und gratulierte uns mit den Worten: „For me, you did the best performance!“ Das alleine genügte uns, um wieder gut gelaunt zu sein. Der Präsident und unser Trainer O.C. Ono besprachen sich daraufhin kurz, und O.C. drehte sich nach diesem kurzen Gespräch sprachlos um: Er brachte keinen Ton heraus, denn wir waren vom Präsidenten persönlich eingeladen worden, bei den

OLYMPISCHEN SPIELEN 2020 in TOKYO aufzutreten!!!

Nach einem Fotomarathon mit allen anderen Gruppen und schließlich auch mit dem Weltmeister wurde anschließend gebührlich gefeiert!

Paul Käferböck (Eurogym-Absolvent 2017)