September 2017 / AbsolventInnen
Sandra Lumetsberger

Ich habe 2006 am Europagymnasium maturiert und wusste damals genau, was ich später machen will: schreiben. Entgegen vieler Ratschläge entschied ich mich für ein Publizistik-Studium in Wien und habe es nicht bereut. Zwar war es anfangs schwierig, Seminarplätze zu bekommen (bei fast 1000 Studienanfängern im ersten Semester), aber man lernt gut, sich zu organisieren, selbständig zu arbeiten und durchzuhalten. Im Laufe des ersten Jahres haben sich auch die Reihen schnell gelichtet.

Viele, die „irgendwas mit Medien“ machen wollten und sich an den (teils sehr theoretischen) Einführungsvorlesungen stießen, ließen es schnell bleiben. Denn was ein Publizistik-Studium sicher nicht bietet: journalistische Praxis. Dafür aber viele andere spannende Themenbereiche, die mich schon im Geschichtsunterricht interessiert hatten und die ich an der Uni vertiefen konnte. Ich wählte historische Kommunikationsforschung als Schwerpunkt, beschäftigte mich u.a. mit dem Verhalten von Journalisten während des Nationalsozialismus, forschte zu Widerstand und Opportunismus und lernte dabei auch, Zeitzeugen-Interviews zu führen.

Um Erfahrungen im gegenwärtigen Journalismus zu sammeln, begann ich während meiner Studienzeit für das Online-Magazin FM5 zu schreiben. Es war eine gute und einfache Möglichkeit, sich auszuprobieren. Ich schrieb über Ausstellungen oder berichtete von Reisen während meines Auslandssemesters in Schweden 2010. Als ich von dort zurückkehrte, konnte ich im September als Volontärin bei der Tageszeitung Kurier anfangen. Themen finden, hinausgehen, Interviews führen – nach einem sehr lehrreichen Monat bekam ich die Möglichkeit, als freie Mitarbeiterin anzufangen. Zunächst im Ressort Sonntag, nach einem Jahr wechselte ich ins Ressort Lebensart und damit in die tagesaktuelle Produktion. Dort kann ich mich vielen unterschiedlichen Themen widmen - von Gesundheit, Bildung, Wissenschaft bis Zeitgeschichte. Gemeinsam mit zwei Kollegen betreue ich auch die wöchentliche Serie „Geschichte zum Anschauen“, bei der wir historische Themen mittels Infografik anschaulich aufbereiten.

Ich denke gerne an meine Schulzeit zurück, einige Fächer haben sicher Interessen für Themen in mir geweckt, die ich heute intensiv verfolge. Ein gutes Allgemeinwissen und Fremdsprachenkenntnisse, die ich am Gymnasium erlernt habe, sind in meinem Beruf sowieso immer gefragt.